Archäologisch-geophysikalische Prospektion in Ephesos

Archäologisch-geophysikalische Prospektion bietet auch in Ephesos die Möglichkeit, Informationen über das gesamte archäologische Gebiet innerhalb sinnvoller Zeit zu erfassen und in den bestehenden Stadtplan von Ephesos zu integrieren.

 

Besonders Geomagnetik und Bodenradar haben sich als unerlässliche Werkzeuge für die Archäologie erwiesen, wobei die digitale Bildverarbeitung und die archäologische Interpretation verständliche Visualisierungen der Prospektionsdaten erlauben und somit die Herstellung detaillierter Dokumentationspläne ermöglichen.

 

Geomagnetische Prospektion beruht auf hochauflösenden Messungen der Totalintensität des Erdmagnetfeldes. Bei der Erkundung archäologischer Strukturen werden kleinräumige magnetische Anomalien, die diese Strukturen im Erdmagnetfeld erzeugen, punktgenau und hochauflösend erfasst.

Das Georadar nützt eine elektromagnetische Welle als Signalträger. Ein elektromagnetischer Impuls mit der gewählten Frequenz (zwischen 100 und 1.000 MHz) wird mittels einer Sendeantenne in den Untergrund abgestrahlt. Er breitet sich im Untergrund mit einer materialabhängigen Geschwindigkeit aus und wird an den Grenzflächen einzelner Objekte oder von Schichten unterschiedlicher physikalischer Eigenschaften reflektiert. Das an die Oberfläche zurückkehrende elektromagnetische Signal wird von einer Empfängerantenne erfasst und digital aufgezeichnet.

 

Ephesos weist wegen des guten Kontrasts zwischen geologischem Untergrund und archäologischen Strukturen außergewöhnlich gute Bedingungen für geophysikalische Untersuchungen auf. Die geomagnetische Methode wird hier zur großflächigen Erfassung der Stadtstruktur eingesetzt. Das Bodenradar wird anschließend bei der detaillierten Untersuchung von Gebäuden und Grabstätten angewandt und liefert zudem dreidimensionale Information.

 

Seit dem Jahr 2000 wurden etwa 53 ha mit Geomagnetik und ca. 22 ha mit Bodenradar untersucht. Dadurch konnte das Wissen über diese wichtige antike Stadt bedeutend erweitert werden.

 

 

Projektdauer

2000-

 

 

Finanzierung

ÖAI

 

 

Kontakt

Sırrı S. Seren 

ZAMG - Archeo Prospections®

 

Kooperationen

LBI ArchPro – Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie

VIAS – Geophysikalische Prospektion, Vermessung und Photogrammetrie