Projekte: Geografische Übersicht

Interaktion mit der Bernsteinstraße

Die Funktion der Bernsteinstraße in römischer Zeit als via militaris einerseits und als zentraleuropäische Haupthandelsroute andererseits steht im Mittelpunkt der Forschungen. Diese Aspekte sind auch ausschlaggebend für die Zielrichtung von Einzelprojekten, die über die unmittelbar entlang der Straßentrasse erfassten Befunde hinausgehen und auf eine Erforschung des Hinterlands und Einzugsgebiets dieses bedeutenden antiken Verkehrswegs fokussiert sind.

 

Die Interaktionen entlang des in der Germania Magna als Aufmarschroute römischer Truppen fungierenden Abschnitts der Bernsteinstraße im Marchtal wird in einer Studie zu den römischen Militärlagern im nordöstlichen Niederösterreich behandelt. Unterschiedliche Strategien räumlicher Kontrolle im Zuge temporärer römischer Präsenz werden anhand der im Detail untersuchten Fundplätze von Engelhartstetten, Kollnbrunn und Ruhhof (Niederösterreich) und anhand einer überregionalen Vergleichsstudie unter Berücksichtigung von Parallelbefunden in der Slowakei und in Mähren diskutiert.

 

Der Austausch des am Ausgangs- wie auch Endpunkt der Bernsteinstraße gelegenen Handelszentrums Aquileia mit weiteren an der oberen Adria situierten Seehäfen ist Thema eines weiteren Forschungsprojekts. Ausgehend von den archäologischen Untersuchungen der ZEA in der Villa maritima von San Simone/Simonov zaliv in Isola/Izola, die durch eine exzeptionelle Hafenanlage charakterisiert ist, werden signifikante Befunde und Funde jener Produktionszentren an der istrischen Westküste untersucht, die als Zulieferer und Profiteure des zentralen Warenumschlagplatzes Aquileia zu werten sind.

 

Literatur

  • S. Groh – H. Sedlmayer, Die Grabungen in der römischen Villa Maritima von San Simone/Simonov zaliv bei Isola/Izola, Slowenien, Annales for Istran and Mediterranean Studies, Series historia sociologia 18, 2008, 2, 385–396.
  • S. Groh – H. Sedlmayer, Nuove ricerche nella Villa Maritima romana di San Simone/Simonov zaliv presso Isola/Izola (Slovenia) AquilNost 80, 2009, 233–258.